Salz, Kalk, Wasser -ganz viel Weiß und ein bißchen Rosa

Salz, Kalk, Wasser -ganz viel Weiß und ein bißchen Rosa

Auf unserem Weg von Zentralanatolien nach Westen sind wir zunächst am Tuz Gölü vorbeigefahren. Dies ist der zweitgrößte Salzsee des Landes und hat(te)eine Fläche von 1500km², ca.70% des türkischen Salzes werden hier gewonnen. Der See hat keinen natürlichen Abfluss und wird aus Niederschlägen und Grundwasser gespeist. Da in den letzten Dürrejahren mehr und mehr Wasser für die Landwirtschaft herausgezogen wurde, aber nichts von oben nachkam, ist der See heute nahezu ausgetrocknet. Das hat auch zum Aussterben/Wegzug der bis dahin größten Flamingopopulation des Landes geführt. Traurig zu sehen, wie wenig wir Menschen, trotz allen Wissens, auch im Jahr 2023 aus unseren Fehlern lernen. Das führt allerdings nicht dazu, dass das Marketing am See sich verändert…Wir waren zunächst unsicher, ob wir dies durch unseren Besuch unterstützen wollen. Wir haben uns letztlich dafür entschieden, weil wir dachten, dass es ein eindrucksvolles Beispiel für die Mädchen sein kann zu sehen was passiert, wenn wir nicht auf unsere Natur achtgeben. Und eindrucksvoll sieht es auf jeden Fall aus, wenn man über diese brettebene, unendlich scheinende Salzfläche läuft.

Da die Enttäuschung der Kinder darüber, dass es keine Flamingos zu sehen gab, so groß war, haben wir auf dem weiteren Weg noch an einem anderen, deutlich kleineren Salzsee angehalten. Dieser führte noch Wasser und siehe da: Wir haben auch Flamingos gefunden!

Der maximale digitale Zoom macht das Bild leider etwas unscharf, denn SO nah haben die Tiere uns dann doch nicht herankommen lassen.

Unser letztes Ziel im Innland war dann Pamukkale. Egal wo man in der Türkei ist, eine Tour nach Pamukkale wird immer angepriesen. Hier sprudelt aus einer Thermalquelle auf einem Berg stark kalkhaltiges Wasser ins Tal. Dabei sind über viele tausend Jahre Kalksinterterassen entstanden, die oberhalb des Ortes strahlend weiß leuchten. Hier ist man, was die Verschmutzung angeht, schon einen kleinen Schritt weiter. Bis vor wenigen Jahren führte mitten durch den Berg eine Straße und die angrenzenden Hotels leiteten ihr Abwasser mit dem Thermalwasser ins Tal. Die Folge waren stark verschmutzte grau braune Felsen. Die Straße wurde mittlerweile abgerissen und die Becken im Bereich der ehemaligen Straße künstlich neu angelegt. Nun darf man nur noch barfuß und im Bereich der ehemaligen Straße herumlaufen. So kommt man von unten aus dem Ort bis nach oben auf den Berg. Auch dies wieder in Gesellschaft von Busladungen voll Menschen aus aller Herren Länder. Zum Glück ist der Mensch ein faules Tier und so sind im, vom Eingang am weitesten entfernt gelegenen Teil nur vergleichsweise wenig Leute. Mir hat es sehr gut gefallen, Moritz fand das künstlich angelegte Areal etwas überbewertet.

Was beim Besichtigen der weißen Pracht fast etwas untergeht ist die antike Stadt Hierapolis, die auf dem Gipfel des Berges liegt. Die Stadt wurde wohl im 3.Jahrhundert vor Christus vom Herrscher des Königreichs Pergamon, Eumenes, gegründet und war somit Teil des Reiches. Es ist, wie viele historische Stätten in Kleinasien, Teil des UNESCO Weltkulturerbe. Auch hier laufen die Ausgrabungen. Besonders sehenswert ist das Amphitheater, dessen Bühne in Teilen restauriert wurde um das Vergangene anschaulicher zu gestalten. Über der Stelle, an der die sprudelnde Thermalquelle aus der Erde kommt, wurde in der Antike ein Tempel erbaut, der Pluto, dem Gott der Unterwelt geweiht war. Das mit dem Wasser toxische Mengen CO² aus der Erde kommen, wurde genutzt um Opfertiere beim Eintritt in die Unterwelt schmerzlos zu töten.

Aufgrund des fortgeschrittenen Tages und der Hitze haben wir uns nicht das ganze, sehr weitläufige, Ausgrabungsgebiet angesehen.

Als krönenden Abschluss haben wir uns das alles am folgenden Morgen noch aus der Luft angesehen. Nachdem wir uns die Ballonfahrt in Göreme noch schweren Herzens verkniffen haben, hatten wir auf dem Campingplatz gehört, dass wir in Pamukkale für den Preis von einer kappadokischen Ballonfahrt hier alle fünf starten können. Nachdem wir uns am ersten Morgen angesehen hatten, dass die Ballonfahrer wohl ähnlich viel Erfahrung haben wie ihre Kollegen war die Sache abgemacht. Um 6.00 Uhr morgens sind wir zu unserer Tour über Pamukkale gestartet und es war toll!

1 Kommentar

Beim Lesen und Staunen und Bewundern, beim Schwelgen in den traumhaften Bildern ploppt der komische Gedanke auf: hoffentlich fragt euch nie jemand nach eurem „schönsten Ferienerlebnis“. Wir wünschen euch weiterhin viel Spaß, offene Augen und Ohren und Lust, eure Erlebnisse mit uns zu teilen.

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