Fliegt man nach Hawai, egal ob von Ost oder West landet man mit größter Wahrscheinlichkeit nicht auf Hawai, auch Big Island genannt, sondern auf einer anderen Insel der Inselgruppe. O’ahu ist deutlich kleiner, ist aber am stärksten besiedelt und beherbergt mit Honolulu die Hauptstadt der Inselgruppe. Landet man in Honolulu merkt man relativ schnell, dass der Flughafen zwar klein und die Menschen recht entspannt sind, das es sich aber ansonsten um eine ganz normale amerikanische Großstadt handelt.

Da wir uns entschieden hatten budgetfreundlich zu campen, führte die erste Fahrt zu Walmart, wo wir uns mit Zelt und Campingequipment ausgestattet haben.

An der Nordostküste von O’ahu haben wir dann auf dem Grundstück von Michael zwischen Mangobäumen, Bananenstauden und ganz vielen Hühnern unser Zelt zum ersten Mal aufgebaut. Für alle, die länger bleiben hat er vorgesorgt. Man darf unter der Zirkusplane aufbauen, falls es Regen gibt. Wir merkten ziemlich schnell, dass dieses ‚falls‘ mehrfach am Tag der Fall ist. So war es ziemlich gut, dass Michael vorgesorgt hatte und wir immer im Trockenen essen konnten.
Ich hatte mir darüber vor unserer Reise nach Hawai keine Gedanken gemacht. Aber wenn man sich vorstellt, dass alle Wolken auf ihrem Weg über den Pazifik nach einer langen Reise über das Wasser auf Hawai das erste Mal wieder auf Land treffen und sich dieses Land dann auch noch bergig über tausend Meter erhebt, weiß man dass es regnen MUSS. Die meisten Inseln haben dementsprechend auch eine ausgeprägte Wetterseite, die fast den gesamten Niederschlag abbekommt und eine etwas trockenere Seite. Es regnet auch auf der trockenen Seite, zumindest im Mai, mehrmals täglich. Anfangs haben wir noch überlegt, ob wir unsere Pläne irgendwie an das Wetter anpassen sollten. Bereits nach einem Tag hielten wir es wie die meisten Hawaianer: Einfach weitermachen, es regnet eh jeden Tag und es hört auch immer wieder auf. Dabei bleibt es die ganze Zeit warm und im Meer ist es eh egal. Von einem Sportansager haben wir gelernt:“ It’s only loads of liquid sunshine.“
Unser Zirkuszelt

Leben unter Palmen aus dem Kofferraum



Mangos und Bananen im Garten; der Ozean gegenüber der Einfahrt



Auf O’ahu haben wir mit dem Auto die Gegend erkundet und nur der Besuch von Pearl Harbour war fest eingeplant.
Erste Kaffeepause am Strand


Am Turtle Beach haben wir statt hawaianischer Meeresschildkröten eine hawaianische Mönchsrobbe gesehen und haben das erste Mal gemerkt, wie Brandung und Strömung auf Hawai sein können.





Um Honolulu herum ist die Insel reichlich besiedelt und das Straßennetz dicht. Im Norden und entlang der ganzen Ostküste gibt es eine Straße, die auf dem schmalen, besiedelten Streifen zwischen Meer und Bergen um die Insel führt.
Am Chinaman’s hat






Makapu’u Lighthouse Trail an der Südspitze von Oahu




Oah’u und dann auch Maui war eine kleine Lehrstunde für Südfrüchte. Nicht nur Mangos, Bananen und Orangen wachsen hier so selbstverständlich im Garten wie bei uns Äpfel und Kirschen, sondern auch Papayas, Ananas, Kaffee und Macadamianüsse. Einige haben wir im Vorbeifahren gesehen, anderes haben wir uns auf den jeweiligen Farmen angeschaut.
Macadamianüsse zum Selberknacken und natürlich wissen auch die Hühner, dass die lecker sind. Die freilaufenden Hühner sind nicht nur hier überall, sondern wirklich überall. Selbst im Park am Waikiki Beach leben Hühner.





Wie Ananas wachsen haben wir uns auf der Farm von Dole angeschaut. Nachdem die ersten westlichen Siedler Ende des 19.Jahrhunderts auf Oah’u siedelten haben sie recht bald herausgefunden, dass sich die vulkanischen Böden und das Klima ideal zum Anbau von Ananas eigneten. Zwischenzeitig wurde die Insel Lanai zwangsumgesiedelt und vollständig als Ananasplantage genutzt. Das wurde zum Glück wieder geändert. In den 1930er Jahren kamen 2/3 der weltweiten Exportananas aus Hawai.







Und was haben wir mitgenommen? Das Wissen wie man eine Ananas fancy aufschneidet.

Auf der kleinen Kaffeefarm




Und dann Pearl Harbour

Das Gelände ist nicht nur Gedenkstätte, sondern weiterhin auch Stützpunkt der Pazifikflotte. Es gibt verschiedene spezielle Museen über Flugzeuge oder U Boote, ein allgemeines Museum zur Vorgeschichte des Kriegsteintritts in den 2.Weltkrieg und natürlich verschiedene Gedenkstätten, die na h dem Angriff geblieben sind.
Wir haben das allgemeine Museum angesehen und hatten Karten für die Gedenkstätte der USS Arizona.




Die USS Arizona ist eins von drei Kriegsschiffen, die nach dem Angriff so stark zerstört waren, dass sie nicht wie die 18 anderen gesunkenen Schiffe geborgen wurde, sondern als Wrack auf dem Grund des Hafens liegt. Während des Luftangriffs traf eine Bombe das Vorderdeck unter dem die Pulver-und Munitionsvorräte gelagert wurden. Bei der Explosion sind 1177 Mann der Besatzung ums Leben gekommen. Die Gedenkstätte gilt offiziell als Kriegsgrab. Und auch hier konnten wir eine ganz andere Art des Gedenkens gefallener Soldaten beobachten als bei uns. Schön finde ich die Möglichkeit der Seebestattung für die wenigen überlebenden Seeleute der USS Arizona, die, soweit man das aus den Dokumenten im Museum entnehmen konnte, sich oft fragten warum gerade sie überlebt hatten. Im Tod wiedervereint mit den Kameraden. Ich bin empfänglich für Pathos.
Unseren letzten Abend auf O’ahu haben wir dann am Waikiki Beach verbracht. Nachdem die Kinder im Flugzeug Werbefilme für Waikiki in Dauerschleife gesehen hatten konnten wir nicht daran vorbei. Wollten wir aber auch gar nicht. Die großen Hotelketten am Strand, schicken Restaurants und glitzernden Boutiquen sind zwar in unserer derzeitigen Reisekonstellation kein Ziel. Es war aber trotzdem schön es gesehen zu haben. Man könnte anhand der Bilder vermuten, dass wir es auf den Sonnenuntergang am Strand angelegt hatten…in echt waren wir einfach wieder einmal ziemlich spät dran für einen Strandnachmittag. Was oft zu ärgerlichem Kochen im Dunkeln führt, sorgt eben manchmal auch für die spektakulärsten Bilder zum Abschied .





Zum Glück gibt es auch am Waikiki Beach ähnliche Strandduschen wie in Australien, an denen man das Salzwasser aus den Haaren, vom Badeanzug und vom Bord waschen kann.

Ein Blick zurück und dann ist die Sonne endgültig untergegangen.


