Frühling in Japan – Wärme in Tokyo

Frühling in Japan – Wärme in Tokyo

In Tokyo angekommen sind wir unweit vom Zentrum, insoweit man das bei 8km Luftlinie und einer der größten Metropolregionen der Welt sagen kann, in einer Ferienwohnung untergekommen. Ähnlich wie in Kyoto, waren hier in zweiter Reihe hinter den Hochhäusern kleinere Mehrfamilienhäuser.

Dann enden die Gemeinsamkeiten aber auch schon fast. Der Autoverkehr kommt zwar auch hier nahezu ohne Hupe aus, ist aber deutlich dichter und in der Rushhour war Stau angesagt. Um zu Fuß zu gehen sind die Entfernungen viel zu groß. Im Gegensatz zu Bangkok funktioniert der ÖPNV hier aber völlig reibungslos und ist per Google Maps in Echtzeit gut zu bewerkstelligen. Man kann entweder eine ICard kaufen, die in allen Großstädten Japans ähnlich wie eine alte Telefonkarte von einem vorher aufgeladenen Guthaben abbucht. Oder man kauft ganz klassisch Einzeltickets mit Bargeld am Ticketautomaten.

Beim Anstehen in der Metro sieht man, dass die Japaner unaufgeregte Meister im Schlange stehen sind. Es ist oft voll, aber selten laut oder hektisch.

In der Hochbahn fährt man mit Aussicht.

In der Stadt war unsere erste Anlaufstelle der Tokyo Tower, ein japanischer Eiffelturm. Einen Sigtseeingplan für Tokyo hatten wir nicht. Es war eher so, dass wir über einige interessante Orte gelesen hatten und dann die Gegend darum herum zu Fuß erkundet haben. Aufgrund der Feiertage hatte zum Beispiel der berühmte Fischmarkt geschlossen. Dafür waren im Zentrum einige der großen Straßen zeitweise nur für Fußgänger zugänglich, was auch ein besonderes Erlebnis war.

In der Nähe des Turms gibt es einen Tempel, den buddhistischen Jodo-Ji Tempel

Auf dessen Gelände stehen kleine Kinderfiguren mit Mützen und Blumenketten. Sie stehen stellvertretend für die guten Geister der Kinder, die dafür sorgen, dass es ihnen gut ergeht. Aus diesem Grund sollen auch die Statuen es gut und warm haben.

Der Vorteil der Feiertage waren, wie schon erwähnt, die Straßensperrungen und so konnten wir auf einer von Tokyos bekanntesten Shoppingstraßen mitten auf der Straße flanieren und uns am Großstadtgeglitzer erfreuen.

Unsere jüngste Ballerina wollte die Straße für ihren Tanz ganz für sich allein haben…

Obwohl der Fischmarkt und die Thunfischauktionshallen wegen des Feiertags geschlossen waren, wollten wir uns beide Orte einmal ansehen. Der Markt ist nämlich 2018 verlegt worden. Um beide, den alten und den neuen, gibt es aber sehr viele weitere Verkaufsstände und Imbissbuden mit allerlei Fischspezialitäten. Da wir Märkte mögen, sind wir trotzdem gegangen und haben uns treiben lassen. Wir hätten zwar gerne zugeschaut wie Thunfisch für viele tausend Euro gehandelt wird, aber so mussten wir auch nicht um 4.00 Uhr aufstehen.

Am alten Fischmarkt

Und am neuen, der ganz in der Nähe des olympischen Dorfes liegt und viel moderner ist.

Nach unserem tollen Besuch im Science Museum von Canberra waren wir alle sehr gespannt darauf zu sehen, wie ein eben solches in Tokyo aussehen würde.

Es gab auch hier sehr viele Informationen und Wissenswertes zu lesen. Für uns war der rote Faden nicht ganz so ersichtlich wie im Questacon und dargebotenen Informationen waren wissenschaftlich teils bis zu einem hohem Niveau aufbereitet. Auffällig ist sicherlich wie technikbegeistert und auch technikoffen die japanische Gesellschaft ist. Das ist uns so aufgefallen, hier im Museum aber noch einmal ganz besonders. Das Highlight der Kinder waren ganz klar die mit Menschen interagierenden Roboter. Mit unserem kulturellen Hintergrund wirkt dies für uns Erwachsenen zunächst befremdlich. Nach dem Besuch dort und durch japanische Augen/Kinderaugen bleibt eher ein:“ Wieso eigentlich nicht?“ übrig.

In Japan durfte eine Stippvisite bei Anime und Manga natürlich nicht fehlen. Und so sind wir ins Stadtviertel Akihabara gefahren, wo es viele Elektronikkaufhäuser, aber auch häuserweise Mangacomics, Fanartikel, Cosplaykostüme und Spielautomaten gibt. Bekannt ist das Viertel außerdem für seine Maiden Cafés, in denen die Kellnerinnen sehr knappe Dienstmädchenuniformen tragen. Da wir die Erklärung was Erwachsene daran finden noch nicht mit den Mädchen teilen wollten, haben wir lieber verzichtet. Es gab auch sonst genug zu gucken.

Auf dem Hinweg haben wir beim Umstieg noch Tokyos berühmteste Kreuzung besucht, über die zu Rushhourzeiten viele tausend Menschen in einer Ampelphase die Straße überqueren.

In Akihabara wird die Haupteinkaufsstraße jeden Sonntagnachmittag gesperrt und die Menschen haben Platz zum Bummeln und Cosplayer die Gelegenheit ihre schönsten Kostüme zu präsentieren.

Bei Gigo gibt es auf sieben Etagen Videospielautomaten und Jahrmarktsgreiferspiele. Alles gegen bares natürlich. Einige der anwesenden Japaner haben die Spiele mit erschreckender Perfektion beherrscht.

Leider konnten wir Banausen mit den meisten Mangahelden gar nichts anfangen, aber ein bißchen verkleiden konnten wir uns doch.

In den Ausstellungs- und Verkaufsräumen von Warhammer durften die Kinder zwischen allen Fans und Kennern versuchen kleine Kämpferfiguren zu bemalen während wir die Detailverliebtheit der Spielfelder bewundert haben.

Und dann ein letztes Mal vom Trubel…

…in unser ruhiges Viertel.

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