Von Bendigo sind wir in die Metropole der Südküste gefahren: Melbourne. Da sich Kinder und Campervan etwas schlecht mit Großstadttrips vertragen, waren wir nur einen Tag mitten in der Stadt und sind dann auf die andere Seite der Bucht weitergefahren. In der Stadt hatten wir aber Glück, dass wir einerseits einen super Parkplatz am botanischen Garten gefunden und wettertechnisch einen tollen sonnigen Herbsttag erwischt haben.
Melbourne ist eine Millionenstadt am Wasser, die sich anfühlt wie eine Mischung aus Frankfurt und San Francisco. Am Wasser gibt es ein modernes Bankenviertel mit verspiegelten Wolenkratzern und schicken Lunchbars. Mit dem Unterschied zu Frankfurt, dass man zwischen den Hochhausschluchten nicht die Zeil, sondern verschiedene Marinas mit großen Yachten liegen sieht. Und wie es für den entspannten Lebensstil Australiens typisch ist, sieht man viele Sneakers und T-Shirt zum Business dress oder Flip Flop Sandalen zum kleinen Schwarzen. Es gibt insgesamt erstaunlich wenige Orte im öffentlichen Raum an denen jemand darauf reagieren würde dass man barfuß läuft.
Southbank Melbourne, in der Nähe des botanischen Garten





Und im Bankenviertel am Hafen




Und obwohl wir in den letzten Monaten reichlich Sonne und Hitze hatten, war dort genau dieses Altweibersommerwetter mit einem kühlen Morgen, frischem Wind und wärmender Sonne auf einer Bank im Park, das einen auffordert jetzt draußen zu sitzen und die Sonne zu genießen.
Im Zentrum





Statt in der Stadt zu übernachten sind wir weiter nach Williamstown gefahren. Von hier aus hat man einen tollen Blick auf die Skyline der Innenstadt am anderen Ufer. Den Kindern hat der Spielplatz am Wasser gereicht. Ich habe mich über die zufällig gerade stattfindende Fotoausstellung von Steve McCurry riesig gefreut.


Besonders schön war, dass ich einige seiner Bilder von unserer Reise wiedererkannt habe. Und der große Vorsatz war da: Auf die nächste Reise muss die große Kamera irgendwie wieder mit!

Der erste Abschnitt der Great Ocean Road hat uns schon viele spektakulär schöne Küstenausblicke und eine kleine Erweiterung unserer Leuchtturmsammlung gebracht.




Split Point Lighthouse


Und dann sind wir weiter in den Great Otway Nationalpark gefahren. Hier haben wir zwei Nächte auf verschiedenen Campingplätzen verbracht, da nichts anderes frei. Was uns erst etwas geärgert hat, stellte sich als großes Glück heraus. Am Aire River gibt es nämlich neben einer tollen Lage am Fluss viele Koalas, die direkt in den Bäumen am Campingplatz leben. So sahen wir am Abend eine Koalamutter mit Baby und am nächsten Morgen ist uns, neben einem Wallaby, dann auch ein großer männlicher Koala direkt vor Anna und mir aus dem Busch geklettert und über den Weg in den nächsten gelaufen.




Auf der kleinen Wanderung, die vom Campingplatz ausgeht, läuft man durch den flachen Küstenwald und es erschließt sich sofort warum es bei den Australiern ‚into the bush‘ heißt.


Der zweite Campingplatz war in der Blanket Bay und liegt direkt am Meer. Hier besteht der Wald, der bis zum Strand reicht, aus großen alten Eukalyptusbäumen mit lichtem Unterbewuchs. In diesem sind wir zu ‚Koalaspotting‘ gegangen und nachdem wir uns einmal eingeguckt hatten, haben wir ganz oben in den Wipfeln auch immer wieder welche entdeckt.








Auf dem Weg in den Koala Wald




Hier sind die Koalas so weit oben im Baum, dass man auf allen Bildern höchstens einen grauen Fleck erkennt.
Mitten im Park steht an der Südspitze auch das Great Otway Lighthouse. Dessen Leuchtturmwärterhaus wurde in seiner Geschichte auch als Telegraphenstation nach Tasmanien und örtliche Schule benutzt.


Von hier aus haben wir dann den zweiten Teil der Great Ocean Road in Angriff genommen. Dieser ist deutlich bekannter, da hier die bekannten Felsformationen vor der Küste stehen. In nahezu jedem Blog und/oder Reiseführer werden da zuerst die Twelve Apostel genannt. Dementsprechend voll ist es am Aussichtspunkt. An allen anderen Formationen, an die man zum Teil viel näher ran kommt, wenn man gewillt ist ein paar hundert Meter zu laufen, merkt man, dass der Mensch faul und ein Herdentier ist: Da hat man viel Platz und freie Sicht. Mit einigen anderen teilten wir das Unverständnis warum dort so viel und an anderen Schönheiten fast gar nichts los war.
Von Ost nach West
einmal von der Aussichtsplattform…

…und dann vom Strand aus angesehen



Wenn man sich die Mühe macht und die Steilküste hinunter steigt, sieht man, dass sich hinter der ersten Säule noch zwei weitere Säulen verbergen.



Dann folgt der Aussichtspunkt an den zwölf Aposteln


Wie gesagt, so schön dass alle es sehen wollen…

Hier kommt man leider nicht an den Strand. Deshalb knattern über den Köpfen der Besucher ständig Helikopter für die, die das Besondere brauchen.
Als nächstes folgte die London Bridge

Auf dem Weg dorthin raschelte plötzlich ein Schnabeligel im Gras

Und zuletzt ein Felsbogen wie eine Höhle geformt



Auch wenn wir dieser Küste gerne weiter gefolgt wären, irgendwann mussten wir umdrehen. Von hier an ging es nun streng nordostwärts.

