Einige Dinge, die mir aufgefallen sind möchte ich noch nachtragen. Während der Zeit in Indochina sind wir immer wieder der völlig gegensätzlichen Beziehung der Menschen zur Sonne begegnet. Ich meine, dass Micheal Jackson sich die Haut hat bleichen lassen und dass Japaner in Deutschland immer große Sonnenhüte tragen, das hat wohl jeder schon einmal gehört. Dass die Angst vor zu viel Sonnenlicht derart in der Bevölkerung verankert ist, war mir neu. Es ist sicherlich einer dieser tief sitzenden kulturellen Unterschiede, die man auch nach längerer Zeit im Land nicht überwindet. Was haben wir beobachtet? Egal wie heiß es ist, und es war zwischenzeitig unglaublich heiß und schwül, (fast) kein Einheimischer geht nur mit kurzer Hose und T-Shirt bekleidet auf die Straße. Sehr beliebt sind Funktionstights unter der Shorts und lange, atmungsaktive Armstulpen über den Unterarmen. Mein beobachteter Extremfall war eine ältere Dame, die einen Schlauch aus dünnem Mesh Stoff vom Hals über das ganze Gesicht bis zur Hutkrempe gezogen hatte. Dünne Stoffhandschuhe, Regenschirme als Sonnenschutz und großkrempige Hüte für die Damen sind immer am Start. Beim Fahrrad- oder Motorrollerfahren wird die Jacke verkehrt herum angezogen und umgeschlagen, so dass sie nur die Unterarme bedeckt und der Rest der Jacke auf den Knien baumelt. Unseren Guide in Saigon habe ich gefragt, wie er es bei der Hitze mit langer Hose und Hemd aushält. Es sei schon ziemlich heiß, sagte er, aber er müsse seine Haut nun einmal vor der Sonne schützen. Als ich im erzählt habe, dass wir westlichen Touristen die Bräunung der Haut mit unserer leichten Bekleidung nicht nur billigend in Kauf nähmen, sondern im Gegenteil sogar ganz schön fänden, hat er ungläubig gelacht. „Aber warum denn das?“ Das es künstliche Weißmacher gibt, war mir bewusst, aber auch hier fiel es mir schwer das Ausmaß zu verstehen. Auf der Suche nach einer neuen Tagescreme in einer erstaunlich großen Drogerie musste ich 10 Minuten suchen, bis ich ein Produkt gefunden hatte, das KEINE extra Brightener enthält.
Ich meinte mich in der Produktpalette von NIVEA einigermaßen auszukennen. Aber für den asiatischen Markt hat man Produktlinien entwickelt, die Deutschland sicher niemand kaufen würde. Hier macht sogar das Deo heller!

In Malaysia haben die Frauen weniger Angst vor der Sonne, sie sind zum größten Teil ja aus religiösen Gründen nahezu vollständig bedeckt, aber scheinbar gibt es andere Dinge die Unglück bringen.
In ganz Malaysia haben wir nicht einen Aufzug, bzw. ein Hochhaus mit einer vierten Etage gefunden. Da die 4 scheinbar Unglück bringt, wohnt man eben auf Etage 3a

Ich hatte geschrieben, dass ich Tipps für glutenfreie Restaurants geben würde- für Indochina und auch Malaysia ist das nahezu unmöglich. Eine glutenfreie Ernährung ist nahezu unbekannt und auch nach unseren Erklärungen haben es viele Menschen nicht verstanden. Es scheint fast keine Zöliakie zu geben. In den Hauptstädten hatten wir jeweils Glück: Wenn es Cafés oder Restaurants mit veganer Küche gibt, dann haben die häufig auch extra glutenfreie Lebensmittel. Vorteilhaft ist hier nur, dass Reis von Natur aus glutenfrei ist und den gibt es ja doch an fast jeder Ecke.

