Sabaidee Laos! – der Thakek-Loop

Sabaidee Laos! – der Thakek-Loop

Am 30.12. haben wir uns mit dem Nachtbus auf den Weg in Richtung thailändisch-laotischer Grenze gemacht. Dabei hat uns der Zufall einen großen Gefallen getan. Ursprünglich hatten wir schon zwei Tage eher und über die laotische Hauptstadt einreisen wollen. Es gab zwischen den Jahren aber nur noch sehr wenige verfügbare Busse bis an die Grenze. Die Züge waren komplett ausgebucht. Der einzige Bus, den wir gefunden haben, ging nach Thakek in Zentrallaos. Dort steht eine von vier Freundschaftsbrücken über den Mekong, die den offiziellen Grenzübergang bilden. Nun war klar, dass wir statt im Norden in der Mitte Laos‘ ankommen würden und wir wollten schauen, ob wir dort etwas unternehmen konnten oder direkt weiter reisen sollten. Zum Glück hat Moritz‘ den Thakek „gefunden“. Das ist eine Runde durch die Karstlandschaft Zentrallaos, die einen in vier bis fünf Tagen an vielen unterschiedlichen Höhlen, natürlichen Wasserpools, durch ursprüngliche Dörfer und mitten durch tolle Berge führt.

Zunächst aber die Fahrt an die Grenze und unseren ersten Grenzübertritt, bei dem wir neben der Visagebühr, scheinbar noch ein bißchen was extra für den Grenzer bezahlen mussten. Vielleicht war es aber auch nur die Feiertagszulage – wer weiß das schon?! Das nördliche Busterminal Mochit in Bangkok ist jedenfalls enorm. Es ist ungefähr zehnmal so groß wie der Flughafen von Kathmandu. Es gibt viele elektronische Tafeln mit Departures in alle Teile Thailands, viele Ticketschalter, Infotresen und Kioske. Von insgesamt ca. 80 Gates fahren hier im Minutentakt Reisebusse in alle Hinmelsrichtungen ab. Wenn man erstmal weiß wo man hin muss, läuft es wie am Schnürchen…

Die Sitze ließen sich zurückklappen und so war tatsächlich etwas Schlaf zu bekommen.

Sonnenaufgang in Ostthailand und dann am Morgen in Nakon Phanom der Wechsel in den Bus, der über die Grenze fährt.

Und dann waren wir in Laos. 11 Jahre später als einmal geplant, dafür mit drei jungen Damen im Reisegefolge. In Thakek, einem kleinen Städtchen direkt am Mekong, hatten wir dann noch ein bißchen Zeit, die Runde zu organisieren, aber auch um einen ersten Eindruck von Laos zu bekommen. Die Leute sind sehr freundlich und gerade im ländlichen Bereich stehen oft winkende Kinder am Straßenrand und von überall hört man: „Sabaidee“ (Hallo auf Laotisch).

Die Erde ist rot, wie in Ostafrika oder Australien, die Straßenkreuzungen und die Infrastruktur erinnern an die USA. Es ist etwas sauberer als in Nepal, aber wieder merklich ärmer als in Bangkok. Die Menschen in Laos mögen große Pickups (wir sehen auf den Straßen später noch wieso das manchmal das einzig Sinnvolle ist) und lieben laute Musik. An jeder Straßenecke gibt es eine Garküche, an der alle erdenklichen Lebensmittel auf einen Spieß gesteckt und gebraten werden. Insgesamt, fällt uns auf, wird viel Fleisch gegessen. Das koloniale französische Erbe macht sich in den Häusern der jeweiligen Altstädte und in verschiedenen französischen Bäckereien bemerkbar. Endlich gab es mal wieder ein feines Croissant und richtiges Baguette!

In Thakek gibt es eine katholische Kirche und schöne Weihnachtsdeko gab es auch noch. Nur warum der arme Josef in Laos scheinbar alleinerziehend in der Krippe steht, ist uns nicht klar geworden….

In Thakek wurde unser Neujahr kaum gefeiert, aber wir haben viele Menschen getroffen, die uns am 1.1. ein frohes neues Jahr gewünscht haben, was wir sehr aufmerksam fanden. Auf der anderen Seite des Mekongs in Thailand haben wir ein bißchen Feuerwerk zu sehen bekommen.

Und dann ging es auf in den Loop

Wir konnten natürlich nicht in alle Höhlen klettern und nicht in allen Flüssen baden, (manche haben wir auch einfach verpasst) aber wir haben versucht uns die schönsten heraus zu suchen. Am ersten Tag ging es bis Thalang. Gleich an der ersten Höhle hatten wir „Pech“. Sie war gesperrt, aber der See davor entschädigte dafür mehr als genug. „Das sieht hier aus, wie auf einem Kalender. Aber irgendwo müssen die Bilder ja auch gemacht werden“, sagte Pia.

Moritz und die Kinder sind dann einfach in der nächsten Höhle klettern gewesen. Mir haben die ersten 100m nach dem Eingang gereicht.

Dann tauchten die ersten Reisfelder und die sie bestellenden Bauern am Straßenrand auf. Wir konnten es nicht glauben: Sie tragen wirklich diese ‚kegelförmigen‘ Reisstrohhüte! Und Moritz‘ ganz persönliches Highlight war, wenn wir wieder einen der vielen Einachser mit reishuttragendem Chauffeur darauf überholten.

Dieses typische Fahrzeug habe ich leider nur parkend erwischt….

Die letzte Station des ersten Tages war der Wasserfall. Kurz bevor die Sonne unterging konnten die Mädchen noch schnell baden.

übernachtet haben wir dann, wie viele, die gleichzeitig mit uns unterwegs waren, im französisch geführten Sabaidee Guesthouse. Und da nicht nur der Inhaber, sondern gefühlt die Hälfte aller Touristen in Laos aus Frankreich kommt, haben wir ganz entspannt nach dem Barbecue am Abend noch eine kleine Einführung ins Petanque Spiel bekommen.

Am nächsten Tag ging es zunächst am ‚versunkenen Wald‘ vorbei. Über viele Kilometer ragen hier die abgesägten Stämme alter Bäume aus dem Wasser des aufgestauten Flusses.

Sandsteinbuddhas am Straßenrand und eine große Tempelanlage in einem der Dörfer ergänzten die Eindrücke aus der Natur

Und dann sahen wir die ersten typisch laotischen Stelzenhäuser zwischen den Reisfeldern. Die traditionellen Häuser im ländlichen Laos stehen auf Stelzen, da das Wasser in der Regenzeit häufig so hoch steht , dass das Wasser das Erdgeschoss überfluten würde. Klassischerweise wird dieser Platz als Stauraum, Garage oder Stall benutzt. In reichen Familien stand wohl auch mal ein Elefant darunter. Es handelte sich dabei immer um Holzhäuser, die zwischen den Balken, wie in einer Art Fachwerk, Wände aus geflochtenen Bambusmatten haben. Gerade jetzt kann man dem Fortschritt in den Dörfern buchstäblich zugucken. Einige Familien leben noch genauso, wie vor Jahrzehnten im Holzhaus mit nur einem Raum. Ihre Nachbarn bauen sich ein gemauertes Ziegelhaus mit zwei Etagen, wobei auch da das Erdgeschoss zumindest hochpaterre liegt.

Karstfelsen in Sicht und eine Bäckerei für die Wegzehrung

Dann ging es in die Dragon Cave. Immer am Fluss entlang bis zu den Tropfsteinhöhle.

Und wir Großen sind noch auf den Aussichtspunkt auf dem Drachenfelsen geklettert.

weiter ging es auf staubigen roten Straßen und verrückte Brücken zum letzten Stopp des Tages: Baden im Cool Pool

Und die Erfrischung

Der dritte Tag war letztlich für das Höhlenhighlight reserviert. Die Kong Lor Höhle. Hier geht der Fluss mitten durch den Berg und verbindet zwei Dörfer. Diese waren bis zu der Entdeckung, dass die Höhle unter dem Berg durchgeht durch einen sechsstelligen Fussmarsch über den Berg voneinander getrennt. Seit der ersten Entdeckerfahrt in den 1920er Jahren weiß man, dass man in ca. einer Stunde auch mit dem Boot hinüber kommt – zumindest in der Trockenzeit wenn die Höhle nicht überflutet ist. Heute kann man sich von einem Bootsführer durch die Höhle fahren lassen. In der Höhle ist es stockfinster und erst im Licht der Stirnlampe sieht man die immer wieder auftauchenden riesigen Hallen und Tropfsteinformationen. Zwischendurch ist es stromaufwärts auch mal nötig auszusteigen und einige Stromschnellen wegen Niedrigwassers zu umlaufen. Die Bootsführer hiefen die Boote mit vereinten Kräften hinauf. Das ist nichts für Menschen, die Angst im Dunkeln haben!

Auf der anderen Seite freuten wir uns über Licht und tolle Felsen

Der vierte Tag bestand dann letztlich aus viel Strecke, die wir nach Thakek zurücklegen mussten. Aber auch hier gab es wieder schöne Landschaften und ganz zufällig haben wir an einer Kautschukplantage angehalten und konnten sehen und fühlen wie der zähe Saft aus den Schnitten an der Rinde rann.

Am Ende der Strecke gab es zur Belohnung für alle große Eisschokoladen im kleinen Café am Mekong.

Meine Kaffeetanten…;)

Für alle, die es mal nach Laos verschlagen sollte ist diese Runde eine unbedingte Empfehlung!

Selten stimmte der Satz „Der Weg ist das Ziel“ besser als auf dem Thakek Loop.

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