Jelenia Góra und das Riesengebirge

Jelenia Góra und das Riesengebirge

Und obwohl ich wusste, dass wir und die Kinder beim Reisen lernen werden und Antworten viel besser im Kopf bleiben, wenn einem die Frage selber plötzlich unter den Nägeln brennt, hätte ich nicht damit gerechnet , dass wir so schnell mitten im Geschichtsunterricht sind. Aber wie soll man die Frage: “ Wenn der Uropa hier geboren und aufgewachsen ist, wieso sind wir dann nicht polnischstämmig?“ anders beantworten als damit, dass Hirschberg, oder Jelenia Góra, wie so viele andere Städte auch, Verhandlungsmasse eines verlorenen Weltkrieges gewesen ist. Und natürlich ergaben sich daraus noch unglaublich viele weitere Fragen, in deren Zusammenhang wir tief in unserer versteckten „Geschichtsunterrichtsschublade“ im Oberstübchen kramen mussten und auch einiges unseren eigenen Familiengeschichten zum Vorschein kam. Es war auf jeden Fall spannend, durch viele Orte zu fahren, die ich bisher nur als colorierte Zinkstiche aus dem „Alte Heimat“-Quartett meine Oma kannte.
Zum Glück ist die Realität 2023 deutlich farbenfroher und freundlicher als die alten Quartettbildchen. In Jelenia Góra sieht man deutlich die Restaurierungsbemühungen der vergangenen Jahrzehnte, große polnisch-katholische Traditionen, Spuren von ehemaligen evangelischen Bevölkerungsmehrheiten, deutsche Inschriften an noch nicht restaurierten Häusern und auch postsowjetischen Charme und Verfall. Wobei es davon weniger gab als wir das zuvor erwartet hatten.

Straßenszenen

nur unter den Arkaden ist der Straßenbelag so gut, dass man gut Roller fahren kann….

Uropas Taufkirche

Da wir schon einmal im Riesengebirge waren, durfte eine Wanderung auf die höchste Erhebung, die Schneekoppe, für Moritz nicht fehlen. Da ich auch mitkommen wollte, galt für die Kinder „mitgehangen-mitgefangen“. Der Deal war, dass wir hochlaufen und hinunter mit dem Sessellift fahren. Moritz ist auch da lieber gelaufen. Eine schöne, teils richtig anstrengende Tour, bei der uns ganz kurz vor dem Gipfel ein knapp vorbei ziehendes Gewitter überrascht hat. Zum Glück ist bei uns nur der Regen angekommen und die Blitze gingen in der Ebene runter. Wir konnten uns an der Gipfelstation unterstellen bevor es wieder abwärts ging.

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