Auf dem Weg von Jelenia Góra nach Breslau haben wir, auf Angelikas Empfehlung hin, eine der drei Friedenskirchen angesehen, die zum Unesco Welterbe gehören. Entgegen meiner Erwartung handelte es sich nicht um einen Frieden des 20. Jahrhunderts, sondern um eine Vereinbarung, die im Rahmen des westfälischen Frieden nach dem 30-jährigem Krieg getroffen wurde. Die katholischen Habsburger mussten als Zugeständnis an ihre protestantischen Untertanen in Niederschlesien den Bau einer Kirche erlauben. Da sie diese eigentlich nicht haben wollten, gab es eine Reihe Schikanen, die beim Bau erfüllt werden mussten. So musste die Kirche eine Kanonschussweite außerhalb der Stadtmauern liegen, durfte nur aus vermeintlich vergänglichen Materialen wie Holz, Sand, Stroh und Lehm erbaut werden, durfte keinen Turm und keine Glocken haben und durfte die Bauzeit von einem Jahr nicht überschreiten. Die evangelisch-augsburgische Gemeinde hat mit einer Fachwerkkirche eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass trotz dieser Auflagen eine Kirche entstehen kann, die nun seit 475 Jahren an Ort und Stelle steht.







Den Kindern haben übrigens am meisten die vielen Weinbergschnecken und unzählige Feuerwanzen auf dem alten Friedhof gefallen. Und zum Glück gab es auch noch ein süßes Café mit feiner heißer Schokolade ;).






