Wenn man die besten Tauchspots der Welt googelt ist Tioman oft vorne mit dabei. Und doch geht es vielleicht vielen so wie mir, bevor wir nach Malaysia gekommen sind, hatte ich von Tioman noch nie gehört. Es ist eine kleine Insel ca. 50km vor der malaysischen Ostküste. Das wir hier gelandet sind ist ein bißchen mehr Zufall als durchdachter Plan. Wir wussten, dass wir eine kleine Reisepause irgendwo am Strand einlegen wollten. Ursprünglich war Südthailand geplant, aber da die verfügbaren Unterkünfte dort wenig schön aussahen und das AA gleichzeitig von der Einreise über den Landweg nach Malaysia abriet, sind wir direkt nach Kuala Lumpur geflogen. Zunächst wollten wir nördlich auf einige Inseln, aber anhaltender Monsun und Krankenhausaufenthalt sahen anderes vor. Und so sind wir schlussendlich zum Ende unserer Zeit in Malaysia auf Tioman gelandet- zum Glück. Auf Tioman gibt es sechs Dörfer, die sich, die Insel fast umrundend, jeweils auf den 50 Metern zwischen bergigem Dschungel und Strand verteilen. In einigen gibt es auch Resorts, wobei es sich dabei nicht um große Ferienanlagen, sondern um mehrere gleiche Hütten um einen zentralen Restaurantbereich angeordnet handelt. Uns hat es, wieder zufällig durch die Verfügbarkeit der Unterkunft auf Booking, nach ABC verschlagen, was nur per Roller oder eben per Boot zu erreichen ist. Bei der Buchung der Fährtickets muss man darauf achten, dass man die richtige Jetty, den Anlegesteg des eigenen Dorfes anwählt und wenn das Boot dann anlegt ist man auch schon mitten drin im Leben auf der tropischen Insel. Ich denke, viel näher kommt man der Robinson Crusoe Insel ohne eigenes Boot nicht. In ABC gibt es zwei Tauchschulen, fünf Hotels, vier Restaurants und, zum Glück, das einzige Café der Insel. Sonst gibt es Meer und Dschungel und nichts weiter. Ganz und gar perfekt. Hier ist so ein Ort, der ganz genau so gut ist, wie er ist. So, dass man eigentlich niemandem von ihm erzählen möchte damit es einfach so bleibt wie es ist. Da ich aber weiß, dass die Menschen hier darauf angewiesen sind dass man von ihrem Ort berichtet, erzähle ich es trotzdem.
In Mersing, auf der Festlandseite, gibt es auch ein paar Murals, ein leckeres pakistanisches Restaurant (die Mädchen können stundenlang beim Rotibacken zuschauen), aber sonst nicht so viel zu sehen.








Auf der Fähre



Und dann legen wir an


ABC

Der Monsun hatte nicht mitbekommen, dass die Monsunzeit eigentlich im Februar vorbei ist und hat einfach weiter gemacht. Wir haben einige heftige Schauer abbekommen – macht aber nichts, warm ist es ja trotzdem.





Da man direkt vor der Haustür den Schnorchel aufsetzen und losschwimmen konnte, haben wir zunächst nicht an einem offiziellen Trip teilgenommen. Auch bei uns sah man, nach einigen Feldern abgestorbener Korallen, ein schönes Riff mit Seeigeln, Riesenmuscheln, Papageienfischen, Anemonen und Clownsfischen. Man schwimmt los und fühlt sich nach 50m als würde man mitten durch ein riesiges Aquarium schwimmen.
Da wir dann von der Cafébetreiberin gehört haben, dass die Riffe vor der benachbarten Coral Island noch schöner sein sollen, haben wir uns dann doch zu einem Ausflug mit Boot entschieden und es nicht bereut. Wunderschöne Unterwasserwelten haben wir gesehen. Ebenfalls von unserer Cafébesitzerin, die eigentlich Doktorin der Chemie ist, nach ihrer Hochzeit mit einem Insulaner aber nun lieber das Café betreibt und am Wochenende als Divemasterin aushilft, haben wir erfahren, dass die Korallen hier mehrheitlich nicht durch die Korallenbleiche, sondern durch den Kronenseestern und illegale Schleppnetzfischerei im Marine Park zerstört werden.











Und weil es so schön war und weil wir beim Frühstück Lars, Leonie und Baby Yoris aus Hessen getroffen haben, die sich einen eigenen Schnorcheltrip zu einer anderen Insel organisiert hatten, sind wir am folgenden Tag gleich nochmal mitgekommen. An dieser Insel wird das Meer schnell recht tief und in den steilen Riffbereichen kann man beim Schnorcheln nicht nur die vielen bunten Riffische und große Schwärme Jungfische sehen, sondern auch ausgewachsene Riffhaie durch ihr Revier patroullieren sehen. Es ist ein erhabenes, aber gleichzeitig sehr die Welt zurechtrückendes Erlebnis wenn man sieht wie überlegen sie sich in ihrem Element bewegen und wie stümperhaft wir vermeintlich überlegenen Menschen unterwegs sind. Besonderes Glück hatten wir, dass wir hier auch Meeresschildkröten beobachten konnten.





Wir Großen sind an mehreren Tagen jeweils durch den Dschungel auf die andere Inselseite, bzw. weiter entlang der Küste in Richtung Monkey bay gewandert. Muntiaks haben wir leider auch hier nicht gesehen, aber Vögel, Affen, Schlangen, einen Hirsch, Einsiedlerkrebse und Warane in Hülle und Fülle. Das ist tropischer Regenwald genauso wie man ihn sich zu Hause vorstellt.
Monkey beach





Und der Weg nach Juara






Einige Inseleindrücke








Natürlich ist Tioman ziemlich weit von Deutschland entfernt, aber falls also jemand darüber nachdenkt nach Thailand zum Tauchen zu fliegen, so sei ihm die Insel als Alternative wärmstens ans Herz gelegt. Wir finden, sie ist eine der Orte an die es sich lohnt zurückzukommen!


