Bangkok-Weihnachtsglitzer und goldene Tempel

Bangkok-Weihnachtsglitzer und goldene Tempel

Von Kathmandu aus sind wir kurz vor Weihnachten nach Bangkok geflogen. Schon am Flughafen ist der Kontrast groß. Kathmandu Airport ist in etwa so groß wie ein mittelgroßer deutscher Bahnhof inklusive mäßig gut bestücktem Kiosk und nur teilweise funktionierender Toilette. Bangkok International Airport ist riesig, sauber, eisgekühlt durch Klimaanlagen und voller glitzernder Reklame. Plötzlich treffen wir so viele Deutsche, wie seit Monaten nicht mehr. Zu Hause haben die Weihnachtsferien begonnen. Auf unserer Fahrt zur Ferienwohnung sehen wir im Dunkeln schon einiges von der glitzernden, leuchtenden Skyline und die Wärme ist direkt spürbar.

In Bangkok haben wir wieder eine richtige Ferienwohnung. In der Adventszeit haben wir gemerkt, dass es so ganz ohne Weihnachtsmarkt, Kerzen, Plätzchenbacken und Adventskranz nicht gut geht. Den Weihnachtsmarkt haben wir nicht nach Bangkok bekommen, obwohl sich die Thailänder viel Mühe mit der Deko geben. Außer Weihnächtsbäumen und Lamettagirlanden gibt es Polizeihunde mit Rentierohren und Verkäuferinnen im Nikolauskostüm. Wir freuen uns sehr über diese ‚kulturelle Aneignung‘!

Plätzchen konnten wir, dank eigener Küche, auch hier backen und der thailändische Großsupermarkt hat uns mit einem (unechten) Tannenbaum, Weihnachtskugeln und Lichterketten versorgt.

Perfekt gemacht hat unser ganz anderes Weihnachten dann ein ökumenischer Gottesdienst der evangelischen Kirche in Thailand. Gemeinsam mit einem Dominikaner Pater, Pastor Körber aus Deutschland und vielen Expads haben wir in Bangkoks zweitältester Kirche Weihnachten gefeiert. Hinterher gab es auf dem Kirchhof eisgekühlten(!) Punsch.

Erst gab es Plätzchen und schließlich ging es zur Kirche

Neben unseren weihnachtlichen Aktivitäten wollen wir doch auch noch etwas von Bangkok sehen und haben deshalb auch mit dem Sightseeing begonnen. Dabei erschwert uns jetzt die Lage unserer Ferienwohnung das Ganze etwas. Wir wollten es vorher nicht glauben, aber der Verkehr ist, egal ob Taxi oder ÖPNV eine echte Bremse. Unser wunderbar ruhiges Reihenhäuschen im Norden der Stadt ist (im Idealfall) tatsächlich 1h45min Metrofahrt von der Altstadt entfernt (17km, 3x umsteigen)! Auch wenn Bangkok eine unglaublich moderne Metropole ist: DAS ist anstrengend und ausbaufähig.

In Bangkok merken wir ganz eindrucksvoll dass alles eine Frage der Perspektive ist. Ja, es ist riesig und es gibt viele Menschen, Autos, Schilder usw. und die Vielfalt ist durchaus überfordernd, aber es ist geordneter, leiser, deutlich sauberer, einfach vertrauter und deshalb für uns entspannter als Kathmandu oder gar Kairo. Doch dass ich schreibe ‚vertrauter‘ ist fast wieder absurd. Denn nie vorher ist mir so bewusst geworden, wieviel parallele Welten unsere Welt hat. Natürlich sehe ich, dass das Leben einer nepalesischen Bäuerin wenig bis gar nichts mit meinem in Mitteleuropa gemeinsam hat. In allen möglichen Gesprächen merken wir, wie unterschiedlich unsere Lebensrealitäten teilweise sind. Aber hier ist vieles gar nicht so anders: Der Verkehr fließt, das neueste E-Auto hängt an der Wallbox des Nachbarn, der Wasserspielplatz im Park erklärt pädagogisch wertvoll die Schleusentechnik.Es gibt große Einkaufsmalls und Coffeeshops mit Extra caramel-crunch flavour super Americano. Es gibt Werbung für Antifaltencreme und Frühstücksflocken. Jeder hat ein Smartphone und doch ist alles anders. Es gibt zwischenmenschliche Interaktionen und Schönheitsideale, die ich nicht durchschaue und noch weniger verstehe. Es gibt Schauspieler und Bands, die offensichtlich sehr bekannt sind, die ich nie vorher gesehen habe und auch nicht auseinander halten kann. Es gibt Speisekarten mit vielen Speisen, die ich aufgrund ihres Geschmacks weder Frühstück, noch Abendessen, weder Vorspeise noch Dessert zuordnen kann.

Uns bleibt die Beobachterrolle und vielleicht durchdringen wir nach ausgiebigem Beobachten das ein oder andere doch etwas besser.

Da wir nun schon einmal an einem Wochenende in Bangkok waren, wollten wir uns den JJ Weekendmarket nicht entgehen lassen. Hier sind hauptsächlich Touristen unterwegs, aber auch viele Einheimische besorgen das, was nicht ganz alltäglichen gebraucht wird. An ca. 8000 mehr oder weniger festen Ständen wird ALLES verkauft, was man braucht oder auch nicht: Nippes, Kleidung, Hüte, Spiele, Lampen, Wohnzimmereinrichtungen, Hundefutter, Katzenhandtaschen, Ölgemälde, Kaffeefilter, Meerschweinchen, Hamsterkäfige, Albinoschlangen….usw. Garniert mit fliegenden Händlern für Eis, Hühnchenspieße, Kokosnußmilch, frittierten Heuschrecken und Take That Coverbands.

Da uns beim angegliederten Fed Ex Shop das unschlagbare Versandangebot vom 5kg Paket für ca. 180€ nach Deutschland unterbreitet wurde, haben wir dankend verzichtet und sind ohne Beute wieder nach Hause gegangen.

Eher zufällig sind wir auf das Museum of Siam Discovery gestoßen. Hierbei handelt es sich um ein kleines, sehr modernes, sehr interaktives und informatives Museum zur Geschichte Thailands (kurz) und darüber, was eigentlich ‚Thai‘ sein bedeutet. Sehr zu empfehlen

Ganz klassisch gehört zum Bangkok Besuch der Besuch des Tempels Wat Pho. Dieser wurde 1688 zunächst als Kloster gegründet und beherbergt auch heute noch eine Schule für traditionelle Medizin und Thai Massage. Angeblich gibt es auf dem ganzen Gelände mit vielen bunt gefliesten Stupas, Schreinen und Innenhöfen mehrere tausend Buddhastatuen. Die berühmteste ist der liegende Buddha. Er hat eine eigenes Haus für sich allein, ist 46m lang und 15m hoch. Hier war natürlich auch der Andrang um die besten Selfiespots am Größten. Und wie so oft, konnten auch hier selbst die coolsten Fotos den echten Eindruck und die Dimensionen nicht einfangen. Versucht habe ich es natürlich trotzdem.

Wir freuen uns auf weitere von Bangkoks Besonderheiten!

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