In den letzten Tagen haben wir es sightseeingtechnisch etwas ruhiger angehen lassen. Einerseits, weil wir in diesem Teil der Türkei schon einiges gesehen haben, andererseits weil die Menge an Eindrücken ja auch irgendwann mal sacken muss. Außerdem merkt man den Mädchen an, dass es Zeit für die Herbstferien wird. Die morgendliche Motivation sich an Matheaufgaben zu setzen tendiert gegen Null und fordert dann auch von uns Großen Geduld und Entertainmenttalent. Eine willkommene Abwechslung hatten die Kinder deshalb auf dem Campingplatz von Ayşe und ihrem Mann in der Nähe von Küçükkuyu. Beide kommen aus Hamburg und betreiben seit einigen Jahren im Sommer auf dem Land ihrer Familie einen kleinen Campingplatz. Generell darf man in der Türkei wildcampen/freistehen. Das heißt, so lange das Parken nicht ausdrücklich verboten oder das Land Privateigentum ist, darf man überall stehen bleiben und seine Stühle aufstellen. Das nutzen wir, wie auch ganz viele türkische Familien, so viel es geht und sind mittlerweile auch ganz gut darin geworden schöne Stellplätze zu finden. Zwischendurch reichen die 20L aus der Solardusche aber nicht an das Sauberkeitsgegühl eines echten Badezimmers heran. Hin und wieder bin gerade ich sehr dankbar für eine echte heiße Dusche. So sind wir immer mal wieder auch auf einem Platz und kamen dann auch auf den Campingplatz. Geparkt haben wir zwischen vielen alten Olivenbäumen. An diesen haben wir in den letzten Wochen schon gesehen, dass mehr und mehr Oliven von grün zu lila-schwarz reifen. So dann auch hier. Die Ernte steht kurz bevor und der Großteil wird zu Olivenöl verarbeitet. Ayşe pflückt aber vorher immer einige Oliven um sie einzumachen. Dabei durften die Kinder helfen und jede für sich eine kleine Flasche abfüllen. Dass man Oliven nicht einfach vom Baum essen kann hatten wir vorher schon ausprobiert – Brrr- mega bitter! Nun bekommen wir gezeigt, wie es richtig gemacht wird und schwimmen gleichzeitig voll auf der ‚Fermentierwelle‘ mit. Das Ergebnis bekommen wir allerdings erst in einem halben Jahr – wenn wir ordentlich gedreht und gelüftet haben. Wir lassen uns überraschen!
Die Bäume



Ayşe erklärt, was gepflückt werden darf



Und dann ging es ran an die Oliven
Danach wurden sie gewaschen…



Und schließlich haben wir Öl, Salz und Essig zugesetzt

Nun müssen wir fleißig drehen und abwarten…

