Um 5.50 Uhr sind wir heute morgen aufgebrochen um mit einem kleinen Boot ins Donaudelta zu fahren. Glücklicherweise bieten die Eigentümer unseres aktuellen Campingplatzes solche Touren an und so mussten wir nur dafür sorgen, dass wir pünktlich im Einganhsbereich des Platzes waren. Das Aufstehen um 5.00 war hartes Brot! Doch der Nebel über dem Delta und die aufgehende Sonne über dem Wasser haben uns reich belohnt. Außer uns waren nur wenige Berufsfischer und ein weiteres Boot vom Platz unterwegs. Außerdem war es bei wieder deutlich über 30°C herrlich nach 4 Stunden auf den schattigen Platz zurückzukommen und nicht in der Sonne auf dem Wasser zu braten. Das Delta ist das zweitgrößte Flussdelta in Europa (nach der Wolga) und ein riesiges Vogelparadies. Die Donau hat hier im Mündungsgebiet drei große schiffbare Arme, die ins Schwarze Meer münden. Der größte und tiefste bildet gleichzeitig die Staatsgrenze zwischen Rumänien und der Ukraine. Von diesem haben wir, aus gegebenem Anlass, großen Abstand gehalten. Gestartet sind wir bei Murighiol. Auf dem Weg hierher war die Landschaft, ganz im Gegensatz zu den Landesteilen nördlich der Karparten, potteben, trocken und braun. Man sieht auch anhand der Bebauung, dass die Gemeinden hier im Deltagebiet strukturschwach sind und teilweise Arbeitslosenquoten von bis zu 40% haben. Einzig die Touristentouren ins Delta scheinen ein einträgliches Geschäft zu sein. Das hat man bei unserer Rückkehr in den Hafen anhand der vielen wartenden Menschen und entgegenkommenden, teils doch größeren Boote gesehen. Dies allerdings unter dem Vorbehalt des Wochenendtages mitten in den Sommerferien. Unser Guide berichtete, dass es keine Begrenzung der besuchenden Boote gibt. Prinzipiell darf jeder, der ein Boot hat auch geführte Touren anbieten. Hiervon zeugen an den Straßen auch 1001 Werbeplakate. Die Art und Weise der Durchführung obliegt dann dem Anbieter. Wir hatten bei unserem einen guten Eindruck und können für die Tiere nur hoffen, dass andere es auch so halten und/oder irgendeine Art Obergrenze geschaffen wird….wobei dann auch die Einhaltung überwacht werden müsste. Dabei tue sich die Regierung, wohl aufgrund einer dünnen Gesetzesgrundlage, bereits bei der Eindämmung der illegalen Fischerei im Naturschutzgebiet sehr schwer. Viele Dinge sind aus unserer, wirtschaftlich unabhängigen Situation, natürlich einfach in schwarz und weiß einzuteilen. Gleiches gilt sicher auch für die Frage, ob es tatsächlich drei ausgebaggerte Hauptarme der Donau geben muss, die dem Delta so viel Wasser entziehen, dass auch hier die Kanäle ausgelagert werden müssen um die anhängenden Seen nicht umkippen zu lassen.
Wir waren hier um die Tiere zu sehen und das haben wir in Hülle und Fülle. Und wenn wir viel mehr Ahnung von Ornithologie hätten, wäre es wohl das Paradies. So konnten wir Kormorane, Seeschwalben, Höckerschwäne, Haubentaucher, graue und weiße Reiher, schwarze Ibisse, Seeadler, viele Frösche, Molche, Schnecken, Wasserschlangen und natürlich Pelikane gesehen.


















