Südliche Karparten- ganz viele Störche und fast keine Bären

Südliche Karparten- ganz viele Störche und fast keine Bären

Eine häufige Reaktion auf unsere Aussage nach Rumänien zu fahren war: „Oh, mutig, da gibt es Bären.“ Da wir bis hierher zwar die großen Herdenschutzhunde, reichlich Schilder und auch Zäune gesehen haben, aber keine echten Bären, sind wir in eine sehr empfohlene Bärenauffangstation in der Nähe von Brasov gefahren. Hier werden seit 2005 ca. 190 ausschließlich europäische Braunbären auf einem 86 Hektar großen eingezäunten rumänischen Urwalds gehalten. Bei den Bären waren handelt es sich vor allem um gerettete Tiere, die unter grausamen Bedingungen in Zirkussen, Privatzoos oder neben Tankstellen gehalten wurden. Sie kennen kein Leben in freier Natur und können nicht ausgewildert werden, haben so aber die Chance auf ein artgerechtes Lebensende. In den letzten Jahren ist die private Bärenhaltung verboten worden und so sind die Neuzugänge jetzt meistens verwaiste Bärenjunge, deren Mutter gewildert oder als „Problembär“ geschossen wurde. Insgesamt gibt es wohl 7000 Braunbären in Rumänien (eine aktuelle Zählung läuft in diesem Jahr) und rund 220 werden jedes Jahr geschossen. Viele von ihnen sind sogenannte Problembären, die sich so an Menschen gewöhnt haben, dass sie auf Suche nach Nahrung bis in die Gärten und Häuser der Menschen kommen und diese dann auch angreifen. Darauf kommen die Bären nicht von allein. Sie wurden und werden zum großen Teil angefüttert oder fressen aus den Mülltonnen und kommen dann immer wieder zurück. Am schlimmsten sei es an den großen Passstraßen. Hier hätten sich die Bären regelrechtes Betteln angewöhnt und säßen am Straßenrand. Sie könnten nicht mehr jagen und hielten auch keinen Winterschlaf mehr, sondern kämen täglich an die Straße.

Wir hatten gehofft, auf einer unserer Wanderungen im Nationalpark Parcul National Piatra Craiului oder auf den Sattel der Passhöhe der Tranfargaras in der Ferne einen Bären zu sehen, aber wir hatten kein Glück. Oder, wie es der Mitarbeiter des Nationalparkzentrums sagte:“ we have bears here, but they behave.“

Gesehen haben wir tatsächlich dann die bettelnden Bären an der Straße, die am Straßenrand auf und ab laufen und bei jedem Auto stehen bleiben, sich hinsetzen und auf aus dem Fenster geworfene Nahrung warten. Ein unglaublich trauriger Anblick, der gar nicht zu dem wilden Tier passt, das es doch eigentlich sein sollte. Sie unterscheiden sich kaum von den allgegenwärtigen Straßenhunden.

Was hingegen wirklich schön anzusehen sind, sind die Störche, die gerade flügge werden. In jedem Dorf gibt es auf vielen Schornsteinen Storchennester, die bewohnt sind und auf nahezu jedem Feld sieht man Störche. Landschaftlich ist es, ob in den Bergen oder im Wald weiter wunderschön. Mittlerweile haben wir auch die Schlaglochpisten und Pferdekarren gefunden 😉.

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